GenossInnen: Schluss mit Inseraten in Hetz-Blättern!

„Wir müssen unsere Werte wehrhaft verteidigen!“ – Diese Worte könnten von Rechtsextremen stammen, bezeichnen einige von ihnen sich doch als „letzte wehrhafte Generation“. Tatsächlich geschrieben hat sie aber unlängst der Krone-Redakteur Claus Pándi. In seiner Kolumne äußert er sich abfällig über jene, die differenziertes Denken einmahnen – also über Menschen, die nicht Schutzsuchende, Amokläufer, Terroristen, Migranten oder solche die „fremdländisch“ aussehen, pauschal zu Tätern machen.

Und kreiert dadurch ein Bedrohungsszenario das suggeriert, dass eben jenes differenzierte Menschen- und Weltbild, dass zum Grundverständnis der Sozialdemokratie zählt, eine Gefahr für Österreich darstellt. Das ist schon sehr nah an dem was einige Rechtsextremisten von sich geben wenn sie meinen „die Multi-Kultis tragen die Schuld an den Anschlägen“, und damit die Toten und Verletzten der jüngsten Amokläufe für ihre Zwecke manipulativ mißbrauchen.

Und nicht umsonst wurden Kommentare von verschiedenen Redakteuren der Krone von ebendiesen Rechtsextremen zuletzt wiederholt frenetisch in sozialen Netzwerken abgefeiert. Auch FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache griff u.a. umgehend die Glosse von Pándi auf um klarzustellen, dass es seiner Meinung nach eine Selbstverständlichkeit sein sollte, „unsere freiheitlich-demokratischen Werte“ auch „wehrhaft zu verteidigen.“

Es sollte uns schon sehr zu denken geben, wenn Rechtsextreme und Rechtspopulisten sich in ihren Ansichten durch Zeitungs-Kommentare wie diese bestätigt fühlen und sie bestens für ihre Propaganda nutzen können. Pándi’s Kolumne ist nur eines von unzähligen Beispielen, wo Beiträge aus der Kronen-Zeitung wie Wasser auf den Mühlen dieser Gruppierungen wirkt. Soll daneben wirklich ein Inserat der SPÖ platziert sein? Wollen wir wirklich in einem Boot mit diesen Menschen sitzen?

Mein Appell: Stoppt die Inserate-Vergabe!

Ich ersuche meine ParteikollegInnen daher hiermit erneut, keinen Cent an Steuer- und Parteigeldern mehr für Inserate an Medien zu zahlen, die Hetze verbreiten und dadurch zur Spaltung unserer Gesellschaft beitragen. Egal auf welcher Ebene – ob im Bund oder in den Ländern – wir dürfen nicht länger Komplizen der Hetze gegen Menschen sein. Auch nicht indirekt, auch nicht „unabsichtlich“. Weil wir eine Verantwortung tragen und weil wir konsequent darin sein sollten, Hetze entschieden zu bekämpfen.

Liebe Genossinnen und Genossen EntscheidungsträgerInnen, wer immer Ihr auch sein mögt, bitte denkt daran, wenn Ihr das nächste Mal ein Inserat in der Kronen Zeitung überlegt. Denkt daran, dass es nicht egal ist, wo man für seine Arbeit und seine Standpunkte wirbt. Dass es nicht egal ist, mit wem man gemeinsame Sache macht und dadurch legitimiert. Dass es nicht egal ist, wen und welches Gedankengut man damit direkt oder indirekt finanziell unterstützt.

Die EigentümerInnen haben ihr Vermögen auch den über Jahrzehnte bei ihnen geschalteten öffentlichen und Partei-Inseraten zu verdanken. Es wird Zeit, dass zumindest wir diese Form der “Zusammenarbeit” endgültig beenden. In Zeiten von Social Media, wo ein großer Teil der Bevölkerung seine Informationen primär aus dem Netz bezieht, gibt es wahrlich andere und bessere Kanäle um unsere Botschaften zu übermitteln.

Seien wir mutig. Trauen wir uns Hetze im Boulevard zu widersprechen. Auch mit der Parteikassa.


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